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Die Säulen der Erde
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Ken Follets Säulen der Erde ist ein Bestseller. Nur wenige haben dieses Mammutwerk noch nicht gelesen. Und für all diejenigen, die es gelesen haben, gibt es jetzt das dazu gehörige Brettspiel, vom Meister persönlich empfohlen und mitgestaltet. Wir befinden uns im ausgehenden 12. Jahrhundert in England. In Kingsbridge soll die größte und schönste Kathedrale des Landes gebaut werden. Aber eine solche Großtat verlang viel Baumaterial und viele fleißige Hände. Im Spiel übernehmen die Spieler die Rollen der Baumeister, die ihre Handwerker und Arbeiter einsetzen, um an dem Gotteshaus zu arbeiten. Da muss Sand herbei geschafft werden, Holz wird benötigt und natürlich jede Menge Steine. Rohstoffe, die man nicht selber abbauen möchte kann man auf dem Marktplatz erstehen. Zufällige Ereignisse helfen oder hindern die Baumeister. Wer am Ende, wenn die Kathedrale fertig in den Himmel ragt, die meisten Siegpunkte erzielen konnte, gewinnt nicht nur das Spiel sondern auch Ruhm und Ansehen.
Stück für Stück
Jeder Spieler verfügt über 12 Arbeiter, 7 kleine und einen großen 5er. Diese kann er in jeder Runde einsetzen um entweder Holz, Steine, Sand oder Gold zu bekommen. Die drei Baumeister der Spieler landen im Beutel und werden nach und nach gezogen, um mit ihnen besondere Aktionen zu erhalten. Außerdem verfügt jeder Spieler zu Anfang über drei Handwerker: den Schreiner, der Holz verarbeitet, den Mörtelmischer, der aus Sand Mörtel herstellt und den Steinmetz, der sich um die Verarbeitung der Granitbrocken kümmert. Der Spielplan wird in die Tischmitte gelegt und die Rohstoffe auf ihre Abbauplätze platziert. Nun wird noch der Markt bestückt, es gibt dort je vier Rohstoffe zu kaufen. Von den Handwerkerkarten werden die vier für die erste Runde aufgedeckt, zwei kommen auf den Arbeitsmarkt und zwei unter das Spielfeld. Dazu kommen noch 7 der 9 Rohstoffkarten. Nach Kingsbridge kommen noch zwei Vorteilskarten, die den Spielern unter die Arme greifen können. Der Startspieler ist derjenige, der zuletzt eine Kathedrale besucht hat. Er darf sich als Erster eine der Karten aussuchen. Nimmt er von unter dem Brett einen Handwerker, muss er ihn bezahlen. Insgesamt darf man nur fünf Handwerker beschäftigen, mit den fortschreitenen Runden werden die Handwerker produktiver. Wählt er einen Rohstoff, stellt er die geforderte Anzahl seiner Arbeiter auf den Abbauplatz. Reihum folgen die anderen Spieler. Wer keine Karten mehr nehmen möchte, stellt seine restlichen Arbeiter in die Wollmanufaktur; jeder Arbeiter erwirtschaftet ein Gold.
In Phase II werden die Baumeister aus dem Beutel gezogen. Der Zahlstein, der angibt, wie teuer das Einsetzen der Baumeister ist, steht zu Anfang auf 7 Gold. Entscheidet sich der Spieler dessen Baumeister gezogen wurde, ihn einzusetzen, muss er 7 Gold zahlen. Ist er nicht gewillt so viel Gold auszugeben, das Gold ist im Spiel schon relativ knapp, bleibt der Baumeister auf der 7 stehen. Nun wird der nächste gezogen, dessen Einsatz nur noch 6 Gold kostet. Die letzten Baumeister können die Spieler immer kostenlos einsetzen, da der Preis immer weiter nach unten geht. Auch die stehengebliebenen Baumeister können später kostenlos eingesetzt werden. Zur Auswahl stehen eine Menge Möglichkeiten: Ich kann meinen Baumeister ins Kloster setzen, der erste bekommt 2 Siegpunkte, der zweite, der dort steht, einen. Stelle ich ihn nach Kingsbridge, bekomme ich eine der Vorteilskarten. Bemühe ich mich um eine Audienz beim Bischof, kann ich entweder das Ereignis ignorieren, oder mir einen Rohstoff vom Markt nehmen. Im Königslager wird man von der Steuer befreit und der erste Spieler, der dort hinsetzt, bekommt ein Metall. Auf dem Arbeitsmarkt bekomme ich einen der zwei Arbeiter, diese verarbeiten, wie auch meine drei vom Start, Rohstoffe in Siegpunkte. Steht der Baumeister in der Burg, bekomme ich zwei graue Arbeiter, die mir in der nächsten Runde beim Rohstoffabbau helfen. Im Markt kann ich die drei Rohstoffe kaufen und Metall verkaufen. Der letzte Platz ist bei der Kathedrale und verschafft mir die Startspielerposition. Bauen und Ernten
Stehen alle Baumeister auf dem Spielbrett, kommt die Ereigniskarte ins Spiel. Sie kann positive, aber auch negative Auswirkungen haben. Dann wird der Bischofsitz aktiviert. Will der Spieler das Ereignis ignorieren, darf er das nun. Ansonsten nimmt er sich einen Rohstoff vom Markt. Nun nehmen alle Spieler sich pro Arbeiter in der Wollmanufaktur ein Gold und es geht weiter nach Kingsbridge. Die Vorteilskarten werden an die beiden Spieler vergeben, sofern jemand dorthin gesetzt hat. Als nächstes steht das Kloster an. Die Siegpunkte werden auf der Siegpunktleiste gutgeschrieben und weiter gehts zum Wald, zum Steinbruch und zur Kiesgrube. Alle Spieler nehmen sich die Anzahl der Rohstoffe, die die Karte vorgibt und erhalten ihre Arbeiter zurück. Der Startspieler würfelt nun die Steuern aus, diese reichen von 2 bis 5 Gold. Wer im Königslager steht, ist davon befreit, außerdem erhält der erste Spieler, der dort hinsetzte ein Metall. Die Arbeiter vom Arbeitsmarkt gehen nun kostenlos an die Spieler, die dort Baumeister stehen haben, dann nimmt sich der Spieler, der auf die Burg setzte zwei graue Arbeiter. Auf dem Markt wird der Reihe nach gekauft und verkauft. Es kann passieren, dass ich keine Rohstoffe mehr erhalte, weil Spieler vor mir alles leer gekauft haben. Es wird noch überprüft, ob der Startspieler wechselt und schon sind wir in der dritten Phase.
Verarbeiten und Siegpunkte kassieren
Nun verarbeiten die Handwerker der Spieler die erhaltenen Rohstoffe. Der Reihe nach bekommen die Spieler dafür Siegpunkte. Am Anfang haben wir nur Handwerker, die noch nicht sehr begabt sind, so veredelt der Mörtelmischer ganze drei Sand für nur einen Siegpunkt. Da ich am Ende der Runde nur 5 Rohstoffe behalten darf, kann ich nicht horten und auf einen besseren Handwerker warten. Es ist sehr wichtig sich früh gute Handwerker zu sichern, da sie der Schlüssel zum Sieg sind. Zwar darf ich nur über fünf Handwerker gebieten, aber ich kann ja die weniger effizienten ablegen und die besseren behalten. Die Handwerker haben außerdem noch ein Limit, wie viele Rohstoffe sie verarbeiten können. So kann der Glockengießer nur ein Metall und ein Sand pro Runde in drei Siegpunkte veredeln, dabei ist er aber effizienter als die zu Anfang erhaltenen Handwerker. Nach sechs Runden ist die Kathedrale fertig und wer nun die meisten Siegpunkte erhalten hat, gewinnt. Die Säulen der Erde ist ein taktisches Spiel, das besonders in Phase II, dem Ziehen der Baumeister, eine große Portion Glück erhält. Ich muss stets mit meinem Gold haushalten, mich nach besseren Handwerkern umsehen und genügend Rohstoffe erhalten. Setzen mehrere Spieler auf den gleichen Rohstoff, bei vier Spielern ist dies nicht zu vermeiden, wird es eng. Besonders der Spieler, der als Letzter seinen Zug machen kann, wird des Öfteren keine zweite Karte erhalten oder nur welche im Angebot finden, die von den anderen Spielern verschmäht wurden. Das Auswählen der Orte an die ich meine Baumeister setzte, erinnert ein wenig an Caylus; dennoch erreicht das Spiel nicht die Tiefe und Komplexität. Es ist ein gelungenes Familienspiel, das schon die grauen Zellen fordert und Fehlentscheidungen bestraft. Mit ein wenig Glück kann ich aber auch Missgriffe wieder ausbessern und am Schluss allen davonziehen.Zubehör und Ausstattung
Das Spiel verfügt über einen wunderschön gestalteten Spielplan. Die Orte sind sehr detailiert gezeichnet und lassen eine mittelalterliche Atmosphäre aufkommen. Auch die 75 Karten sind sehr schön gestaltet, sie tragen zu dieser Atmosphäre erheblich bei. Die 12 Baumeisterfiguren, die 82 Baustoffe, die 9 Anzeigescheiben und die sechs Kathedralenteile sind aus Holz und geben dem Spiel die ganz besondere Note. Die Regel ist zwar ausführlich, aber man sollte sie vor dem ersten Spiel ganz durchlesen und nicht, wie empfohlen, nach und nach, da ich nicht weiß, welche Vorteile ich an den bestimmten Orten habe. Das Spiel ist für 2 bis 4 Spieler, wobei es zu viert am besten ausbalanciert ist und am meisten Spaß bringt. Die Spieler sollten mindestens 12 Jahre alt sein, damit sie die vielen Möglichkeiten auch nutzen und die verschiedenen Strategien befolgen und erkennen können. In der Regel dauert ein Spiel 90 bis 120 Minuten, besonders für das erste Spiel sollten Sie etwas mehr Zeit einplanen, um sich an alles zu gewöhnen. Das Thema des Buches wurde gut umgesetzt, wenn auch die Geschicke der Personen nicht thematisiert werden.