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Ulysse's Gaze
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Als der Präsident der Jury einer jungen griechischen Komponistin 1982 in Thessaloniki den ersten Preis für ihre Filmmusik überreichte, war er von ihrem Werk so angetan, daß er ihr anbot, auch für seine Filme die Musiken zu schreiben. Der Präsident war damals kein geringerer als Theo Angelopoulos. Seitdem werden die Filme des griechischen Regisseurs in einem Atemzug mit dem Namen der Komponistin und Landsmännin Eleni Karaindrou genannt.
Ihre Filmmusiken und seine Filme sind verbunden wie zwei Seiten einer kostbaren Münze. Dabei verstehen sich Komponistin und Regisseur ohne viel Worte. Wie eingespielt dieses Künstlerteam ist wird daran deutlich, daß Angelopoulos bisweilen sogar Szenen so zurechtschneidet, daß sie exakt zur Stimmung und Länge von Karaindrous Themen passen.
Bei den Aufnahmen zu Ulysse's Gaze (Der Blick des Ulysses), in dem die Odyssee eines Regisseurs zu den Kriegsgebieten auf dem Balkan dargestellt wird, kam zu dem ausgesuchten Zirkel griechischer Musiker Kim Kashkashian hinzu. Das präzise und gefühlvolle Spiel dieser großartigen Violaspielerin verleiht der Musik auf dieser CD einen ganz besonderen Glanz. In den Themen vermischen sich Melancholie und Heiterkeit, Trauer und Zuversicht. In das sehnsuchtsvolle Spiel von Oboe und Akkordeon des Ausgangsthemas stimmt die Viola ein, um auf klare, fast nüchterne Art das Thema aufzunehmen. Sie hebt die Melancholie scheinbar auf, nur um sie im Folgenden durch ihre dunklen und zugleich warmen Töne noch zu verstärken. Und stets schwebt ein Funken Hoffnung über allen Tönen, ein seltsames helles Licht. Ulysse's Gaze ist ein weiterer Beweis, welch' hochkarätige Juwelen ECM in seinem Schatz an Produktionen hat. --Anne Hauschild
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